Fotos von Aktionen 2006
der Arbeitsgemeinschaft Archäologische Denkmalpflege


1. Lehrgabung bei Großenmeer
2. Jahresexkursion nach Uelsen und Borger


Lehrgrabung bei Großenmeer vom 31. Juli - 11. August 2006

Das Gelände, auf dem die Lehrgrabung mit 24 AG-Mitgliedern stattfand, trägt die Flurbezeichnung "Pastorenland" bzw. "Pastorenbau" und weist drei alte Wurten auf. Man hoffte, durch die Grabung Hinweise auf eine alte Kirche zu finden. In der Jubiläumsschrift "1600 - 2000 St. Anna-Kirche Großenmeer" wird die These vertreten, dass auf dem Pastorenfeld die bis dahin nicht lokalisierte Kirchenwüstung St. Annen, die Vorgängerkirche der heutigen St. Anna-Kirche in Großenmeer (früher Meerkirchen), zu suchen sei. In einer Urkunde von 1504 wird diese vom Grafen Gerd erbaute Kirche erwähnt, die wohl nur ca. 100 Jahre Bestand hatte. Man weiß, dass die Glocke aus dem Jahr 1509 von der alten in die neue Kirche überführt worden ist. Alte Altarschnitzereien befinden sich im Oldenburger Landesmuseum.
Das AG-Mitglied Herr U.Märtens hatte in offiziellem Auftrag bei verschiedenen Begehungen dort zahlreiche Keramikfunde, glasierte Scherben, verschiedene Metallfunde und Werkzeuge, sowie eine Münze des spanischen Königs Philip aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts gefunden.

Ziel bzw. die große Hoffnung der Lehrgrabung war es also, Fundamente oder sonstige eindeutige Hinweise auf die Existenz der alten Kirche zu finden. Es wurden mehrere lange Baggerschnitte und 8 Grabungsschnitte durchgeführt, um möglicherweise die Kirchenfundamente zu bestimmen. Diese Hoffnung ging leider nicht in Erfüllung, aber die Grabungsteilnehmer wurden durch zahlreiche schöne Funde profaner Natur mehr als reichlich entschädigt, wie die Bilder unten zeigen. Man fand unzählige Keramikscherben, Fensterglas, Bildkacheln, Dachpfannen, Formziegel, bronzene Buchschließen, Tierknochen u.v.m., aber weder eindeutige Kirchen- noch Friedhofspuren. Der Platz muss aber noch lange nach Aufgabe der Kirche besiedelt gewesen sein; die Funde deuten u.a. auf eine Gastwirtschaft o.ä. hin.

Unmittelbar nach der Grabung konnte aus Zeitgründen keine systematische Untersichung der Funde erfolgen, dies wurde erst in einer Sonderaktion 2009 begonnen.

Außerdem bereitet die AG seit 2011 eine Ausstellung zur Grabung vor.


Bild 1: Die AG-Mitglieder Jordt und Rohjans am Schnitt
Nr. 2. Hier kamen etliche Ton-, Keramik- und Glasscher-
ben verschiedener Epochen, Tierknochen und -gebiss-
teile, Bruchtücke von Tonpfeifen sowie eine Vorder-
laderkugel zum Vorschein. Der Schnitt traf auf eine
teilweise mit Steinen gepflasterte Zuwegung.


Bild 3: Wiebke Rohjans mit dem von ihr freigelegten Baumstamm.


 Bild 5: Der Albers/Bruns`sche Graben.
Die AG-Mitglieder Bruns und Albers gingen einer
Bodenverfärbung nach, die auf einen Brunnen
schließen ließ und wurden für ihre Arbeit mit dem
ungewöhnlich schönen Knochenfund eines jungen
Schweines (siehe Bild 6) belohnt.


Bild 7: Dr. Eckert (links) erläutert einem
einheimischen Heimatforscher die Grabung.

 
Bild 9: Frau Niermann und Frau Rohjans säubern
und sortieren die Fundstücke.


Bild 11: Die erfolgreichen Grabungsteilnehmer
am letzen Tag.

Text und alle Fotos: Theo Rohjans 


Bild 2: Hier werden Holzstücke und Baumstämme
freigelegt, die der Kleiaufschüttung der Wurt eine
gewisse Stabilität verleihen sollten.

 

 
Bild 4: Holzstamm und Beschriftung einzelner
Scherben und Ziegel.


Bild 6: Knochen eines Schweines (zu Bild 5)

 

 


Bild 8: Der imposanteste Fund der Grabung:
ein mit Lehm angefülltes Backofenfundament.


Bild 10: Ein Grapen (dreibeiniger Tontopf);
zu erkennen ist die Unterseite und ein Grapenfuß.


Bild 12: Einige Fundstücke: Fenster-Laibungsteine
im Klosterformat, Bruchstück einer "Portraitkachel",
gut erhaltenes Eisen-Gehänge. 


Jahresexkursion zum Bronzezeithaus in Uelsen und zum Hunebed-Centrum in Borger

bro
oben: das Bronzezeithaus 2009 (bei der Exkursion ist wohl kein Foto gemacht worden)
mgr
jw
Bronzezeittage 2006 beim Bronzezeithof Uelsen: Experimentelle Archäologie -
oben: Bronzewerkzeuge, Hilfsmittel für den Bronzeguss und Teile eines Pferdehalfters,
die in einem Schlüssellochgrab bei Wildeshausen gefunden wurden
unten: buntes Treiben bei den Experimenten

mgr
jw
Bronzezeitliches Hügelgräberfeld "Spölberg" bei Gölenkamp, Samtgemeinde Uelsen

jw
Auf der Hügelgräberreihe "Negenbarge" bei Uelsen

mgr
mgr
bro
bro
das Hunebed-Centrum von Borger von außen und von innen
(die beiden Fotos unten stammen von 2009, weil bei der Exkursion offenbar keine Fotos vom Museum gemacht worden waren)

Fotos wurden von Dr. Jörgen Welp, Martin Gerdes-Röben und Bernd Rothmann zur Verfügung gestellt


Copyright: B. Rothmann V1, zuletzt geändert am  8.9.11