Neuordnung Archäologie und Denkmalpflege


Nachdem die bisherige Präsidentin des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege aus Altersgründen in den Ruhestand geht, möchte der niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Lutz Stratmann, nach eigenem Bekunden Archäologie und Denkmalpflege in Niedersachsen künftig deutlich stärken, indem das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege (NLD), das Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung (NIhK) und das Braunschweigische Landesmuseum zu einem neuen "Institut für Archäologie und Baudenkmalpflege" zusammengelegt werden.
Dem neuen Institut sollen außerdem angehören:
- die Abteilung praktische Bodendenkmalpflege mit ihren vier Bezirksarchäologen (BS, H, LB, OL)
- die Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege mit ihren vier Stützpunkten (BS, H, LB OL)
- die Abteilung eGouvernment (ADAB-Web)
Über allem soll ein neuer Präsident des Niedersächsischen Landesamtes stehen: Offenbar konnte für den Posten ein rennomierter Archäologe, Prof. Dr. Alfried Wieczorek aus Mannheim gewonnen werden.
Die Pressemitteilung vom 4.7.08 kann auf der
Homepage des niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur abgerufen werden.

Mitte November erschienen dann Pressemeldungen, denen zufolge Prof. Dr. Alfried Wieczorek seine Zusage zurückgezogen hat und nun doch am Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim bleibt. Offenbar hat Mannheim an attraktiveres Angebot als Niedersachsen abgegeben.
Die Stelle des Präsidenten des Landesamtes muss nun neu ausgeschrieben werden. Laut Minister Stratmann möchte er weiterhin die Archäologie in Niedersachsen optimieren.
Mitteilung des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur vom 13.11.08   -   Artikel in der Nordwest-Zeitung am 14.11.08

Und zum Thema noch ein interessantes Interview mit Professor Dr. Gottfried Kiesow über die Ohnmacht der Denkmalschützer, den großen Nachholbedarf im Westen und das schnelle Verfallsdatum der Architektur („Kluge Kommunen setzen auf den Denkmalschutz“) in der Kulturland Oldenburg. Zeitschrift der Oldenburgischen Landschaft, Heft 137, Ausgabe 3. 2008, Seite 2 (bitte dort den ganzen Artikel durchscrollen, der interessante Teil folgt weiter unten)

Diese Vorwürfe von Prof. Dr. Kiesow wurden von Minister Stratmann zurückgewiesen: „Die Realität zu stark verzeichnet / Bitte genauer hinsehen“.
Kulturland Oldenburg. Zeitschrift der Oldenburgischen Landschaft, Heft 138, Ausgabe 4, 2008, Seite 38 (bitte dort den ganzen Artikel durchscrollen, der interessante Teil folgt weiter unten)

Und noch ein interessanter Artikel mit dem Titel "Geplatzte Familien-Zusammenführung oder gepumptes Glück" zum o.g. Thema, den die "Interessengemeinschaft Bauernhaus" in ihrer Zeitschrift "Holznagel" veröffentlicht hat:
Editorial und o.g. Artikel aus dem Holznagel, Heft 6, 2008, Seite 5
(zuerst kommt das Editorial zum Thema; wenn man weiterscrollt, der "Familien"-Artikel)     -      Homepage der Interessengemeinschaft Bauernhaus

Ende März 2009 war dann in der Presse zu lesen, dass Dr. Stefan Winghart neuer Präsident des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege werden soll. Dieser ist seit 2003 Landeskonservator in Thüringen und hat Ur- und Frühgeschichte, Kunstgeschichte und klassische Archäologie studiert. ---> kurzer Artikel in der NWZ am 3.4.09

Und im April 2009 kam dann noch ein kleines Desaster bezüglich des neuen Museumsdirektors für Braunschweig hinzu, denn auch da erfolgte eine Absage eines als sicher eingeschätzten Kandidaten. --> Artikel in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung am 3.4.09

Unser Kultusministerium hat z.Z. einfach kein glückliches Händchen!

Dr. Bernd Rothmann


Copyright: B. Rothmann V1, zuletzt geändert am  4.4.09