Artikel, die in der Nordwest-Zeitung erschienen sind
(Quelle: Nordwest-Zeitung, Oldenburg)

Nur Klingelschild nicht gefunden - 1.6.13
Georadar macht Burg Specken sichtbar - 11.3.13
Mit dem Bodenradar auf Burg-Suche
- 3.11.12


Artikel vom  1.6.2013 - Lesen Sie den Originalartikel nach unter: NWZonline

Nur Klingelschild nicht gefunden
Archäologen fördern viele Stücke der Burg Specken zu Tage
Zwei Wochen wurde gegraben. Das Bild von der Burg Specken wurde dadurch deutlich klarer.
von Markus Minten

Specken - Was vor einem Jahr als Idee einer Hand voll Speckener begann, wurde am Freitag mit der Präsentation zahlreicher spätmittelalterlicher Funde zumindest vorläufig beendet. Dazwischen lagen Gespräche, Voruntersuchungen – und eine zweiwöchige Ausgrabung im Landschaftspark Wiesengrund.
Dort hatte der spätere Bezirksarchäologe Dieter Zoller bereits 1952 den Standort der Burg Specken ausgemacht. Details blieben aber weitgehend verborgen. Bis heute.
Nachdem Studenten der Jade Hochschule um Prof. Thomas Priesemann im Herbst vergangenen Jahres mit einem Bodenradar Spuren im Untergrund erfasst hatten (die NWZ berichtete), folgten in den vergangenen zwei Wochen die Ausgrabungen. Rund 20 Mitglieder der AG Archäologische Denkmalpflege der Oldenburgischen Landschaft unter Leitung von Dr. Jörg Eckert, Nachfolger von Zoller als Bezirksarchäologe, hatten mehrere Schnitte in den Landschaftspark gelegt. Und dabei haben sie zahlreiche Funde zu Tage gefördert: So konnten zwei, die Burg umgebende Gräben freigelegt werden. "Die Funktion des kleinen kennen wir noch nicht", so Eckert. "Das ist sehr ungewöhnlich." Ansonsten habe es sich bei der Burg Specken um eine typische Niederungsburg mit "mindestens einem großen Gebäude" und einem relativ kleinen Burgplatz von 30 mal 30 Metern gehandelt. "Das war keine gewaltige Festung, sie hatte mehr repräsentative Funktion." Die Burg habe nach einer ersten Begutachtung der Funde von etwa 1300 bis 1500 bestanden. Dann seien die Gebäude wohl eingerissen worden. Die Reste wie Steine, Gefäße (darunter viel Tonware aus dem Rheinland) und massive Dachziegel landeten im Burggraben - wo sie gut 500 Jahre später gefunden wurden.
Nur ein paar Dinge habe man trotz intensiver Suche nicht finden können, verriet Henning Dierks, der das Projekt initiiert hatte, schmunzelnd: den Burgschatz, die Gebeine des Ritters von Specken und das Klingelschild.
Ganz beendet sein soll die Suche noch nicht. Die Bodenradaruntersuchung hatte zwei Strukturen sichtbar gemacht, die laut Eckert auf eine Vorburg hindeuten könnten. Bis aber mögliche weitere Grabungen folgen, hat die Arbeitsgemeinschaft reichlich zu tun: Die Fundstücke müssen ausgewertet und Scherben geordnet und zusammengesetzt werden. Schließlich sollen die Funde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Spuren der Grabung werden hingegen schon kommende Woche verschwinden.

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Video "Ausgrabungen präsentiert"


Artikel vom  11.3.2013 - Lesen Sie den Originalartikel nach unter: NWZonline

Georadar macht Burg Specken sichtbar
Experte stellt erste Ergebnisse auf Jahreshauptversammlung vor – Grabungen ab Ende Mai
Gefunden wurden Strukturen eines Walls und ein früherer Wassergraben. Ein Ausschuss begleitet die Ausgrabungen.
von Helmut Hogelücht

Specken - "Der gute Besuch liegt an der Einladung, weil wir gute Sachen in der Tagesordnung stehen haben", stellte Vorsitzender Falko Renken in seiner Begrüßung zur Jahreshauptversammlung des Ortsvereins Specken am Freitagabend im Saal des "Museumskroogs Specken" fest.
Vor allem die Frage "Wo liegt die Burg Specken?"“ beschäftigt immer wieder Einwohner der Bauerschaft. Prof. Thomas Priesemann von der Jade-Hochschule erläuterte das Messerfahren zur Bestimmung von Strukturen im Untergrund durch Ausbreitung elektromagnetischer Wellen (Georadar). Studenten der Fachhochschule hatten durch solche Messungen mit dem Georadar wahrscheinlich die Umrisse der Burg ermittelt (die NWZ berichtete). Bei den Untersuchungen werde ein Radarstrahl in den Boden gesendet, der von festen Strukturen reflektiert werde.
Erkennbar durch die Radarmessung seien Strukturen eines Walles, in dem seinerzeit Holz als Korsett eingebaut worden sei, sowie ein früherer Wassergraben. Einiges, was mit der Radarmessung entdeckt wurde, könnte eine Fundamentstruktur darstellen. "Lassen wir uns überraschen", stellte er heraus. Nach den vorgegebenen Messungen soll bald an bestimmten Stellen mit Grabungen begonnen werden. Das Ergebnis der Ausgrabungen könne beispielsweise "zu einem wunderschönen Anschauungsobjekt" entwickelt werden, ähnlich wie die niederländische Festung Bourtange.
Für den Ortsverein wurde ein Ausschuss bestimmt, der die Ausgrabungen, die Ende Mai beginnen, begleitet. Dieser ist mit Brigitte Berg, Henning Dierks, Gerd Glaeseker und Ralf Haake besetzt.
Zu den geplanten Veranstaltungen wies der Vorstand auf die anstehende Dorfreinigung am 6. April hin. Für diese Gemeinschaftsaktion würden noch "fleißige Hände" gesucht. Die in Specken ausgewiesenen Bauplätze seien bis auf zwei bereits alle veräußert, bemerkte Renken zu dem neuen Erschließungsgebiet. Erfreulich sei es, dass die Straßen Goldene Linie und Brummerforth von der Gemeinde in die Liste zur Sanierung aufgenommen worden seien.
Bei den anstehenden Vorstandswahlen wurde Vorsitzender Renken im Amt bestätigt. Schriftführer Gerold Fisser stand aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für eine weitere Amtszeit zur Verfügung. Zu seinem Nachfolger wählten die Mitglieder Henning Dierks.


Anmerkung des Webmasters: Die kleine, mitterlaterliche Mottenburg Specken mit der viel jüngeren und größeren Festungsanlage Bourtange zu vergleichen, ist vielleicht etwas gewagt. Zumal die Reste der Burg Specken schon in den letzten Jahrzehnten stark beschädigt wurden, als die vorbei fließende Bäke durch die Burgreste hindurch verlegt und der Park angelegt worden war.


Artikel vom  3.11.2012 - Lesen Sie den Originalartikel nach unter: NWZonline

Mit dem Bodenradar auf Burg-Suche
Bauingenieur-Studenten untersuchen Fläche – Im Frühjahr sollen Grabungen folgen
Der Ortsverein Specken möchte mehr über die Burg erfahren. Unterstützung kommt von der Oldenburgischen Landschaft.
von Markus Minten

Foto: Mit einem Bodenradar suchen André Bassen und Kommilitonen nach Resten der Burg Specken, Bild: nbsp;Markus Minten

Specken - "Wir können die Burg zwar nicht sehen, aber sie ist da." Wo genau, vermochte aber auch Henning Dierks bei der Vorstellung eines Projektes nicht sagen, mit dem der Ortsverein Specken Geschichte "sichtbar" und im Idealfall auch "fassbar" machen will – noch nicht.
Für das Sichtbarmachen sind Bauingenieur-Studenten der Jade Hochschule zuständig. Mit einem Bodenradar nehmen sie seit Freitag auf einer 100 mal 50 Meter großen Fläche den Untergrund unter die Lupe. Dabei werden Störungen in den oberen Schichten des Erdbodens durch Reflexion elektromagnetischer Strahlung sichtbar. So können Wälle und Gräben oder auch Fundamente und Mauerreste entdeckt werden. In jeweils einem Meter breiten Bahnen schieben sie dafür das Messgerät über die Fläche auf der vor einigen Jahrhunderten die Burg gestanden haben soll.

Fassbar machen könnten die Reste der Burg des Junker von Specken auf Grundlage der so gewonnenen Erkenntnisse dann ehrenamtlich tätige Archäologen der Oldenburgischen Landschaft. "Man darf sich allerdings keine falschen Vorstellungen machen, von dem, was bei Ausgrabungen entdeckt werden kann", meinte der frühere Bezirksarchäologe Dr. Jörg Eckert von der Arbeitsgemeinschaft Archäologischen Landschaftspflege. Er wäre zufrieden, wenn die Grabungen, die voraussichtlich im Frühjahr stattfinden werden, Aufschluss geben könnten über Breite und Tiefe der Gräben, den Zugang zur Burg, Innenbebauung und die Lage der Vorburg. Immerhin: "Es wird sicher Funde geben." Diese werden von der Arbeitsgemeinschaft dann bearbeitet, gesäubert, sortiert und zusammengesetzt. Dierks hofft, dass diese Funde "reichhaltig" ausfallen, nicht zuletzt, weil die Burg bis ins 17. Jahrhundert bewohnt gewesen sei. Und er plant schon weiter: Mögliche Funde sollen der Öffentlichkeit in einer Ausstellung präsentiert werden.
"Bis heute wurde die Burg nie nach wissenschaftlichen Maßstäben untersucht", sieht Dierks, der das Projekt mit Brigitta Berg und weiteren Mitgliedern des Ortsvereins vorantreibt, dazu jetzt die Möglichkeit. Nach ersten Überlegungen Anfang dieses Jahres ging alle ganz schnell: Die Oldenburgische Landschaft, deren Präsident Thomas Kossendey sich Freitag vor Ort informierte, und Jade Hochschule ermöglichten die Untersuchungen. Für die Studenten besonders interessant sei, so Prof. Thomas Priesemann, der Vergleich mit der nahe gelegenen, aber besser zu erkennenden Scusselburg in Ekern.
Die Burg Specken wurde vermutlich Ende des 13. Jahrhunderts errichtet. Bisher ist allerdings nur ihre ungefähre Lage bekannt. Der frühere Bezirksarchäologe Dieter Zoller hatte die Burg 1952 wiederentdeckt. Umfangreiche Grabungen fanden in dem Gebiet des heutigen Landschaftsparks Wiesengrund allerdings nicht statt. Zoller, dessen Sohn Dirk den Ortsverein unterstützt, war auf die Überreste von wahrscheinlich zwei Gebäuden der Burg gestoßen.

Der Geschichte auf der Spur


Foto: Dirk Zoller (links), Brigitta Berg und Henning Dierks gespannt auf die Ergebnisse.  
Bild: Markus Minten


zuletzt geändert am  18.6.13