Artikel, die in der Nordwest-Zeitung erschienen sind
(Quelle: Nordwest-Zeitung, Oldenburg)

Hier schlummert das Vareler Schloss - 18.6.14
Alter Mauerbogen muss vor Bagger weichen - 16.6.14
Neidkopf zierte einst Durchlass
- 12.6.14

Fundamente des Vareler Schlosses - 11.6.14


Artikel vom  18.6.2014 - Lesen Sie den Originalartikel nach unter: NWZonline

Hier schlummert das Vareler Schloss
Unter dem Schlossplatz liegen die Fundamente. Ehrenamtliche Helfer haben die Mauer des ehemaligen Marstalls gefunden. Immer mehr davon tritt zutage. Ob ein Teil davon sichtbar bleibt, ist noch offen.
von Hans Begerow

Varel - Immer mehr Reste des Vareler Schlosses treten durch die Bauarbeiten auf dem Schlossplatz zutage. Am Dienstag unterstützten wieder zahlreiche Ehrenamtliche, darunter Heino Predel, Frederick Stoddon und Heino Albers, den Archäologen Marvin Mädel. Sie legten ein weiteres Stück des Marstalls frei. Funde, wie sie bei einer gräflichen Anlage zu erwarten gewesen wären, Scherben und anderer Siedlungsmüll, sind aber bislang nicht zutage getreten, bedauert Mädel. Immerhin: Bei den Bauarbeiten für den Marstall scheinen die Arbeiter Pfeife geraucht zu haben, Heino Predel fand eine zerbrochene Tonpfeife. Und Ralf Splettstößer, der sich seit seiner Kindheit für das 1869 abgerissene Schloss begeistert, hat als ehrenamtlicher Helfer Reste von Fliesen und Dachziegeln gefunden.
Mädel konnte nun einen 20 Meter langen Abschnitt der nördlichen Mauer des Marstalls dokumentieren. Ob ein Teil davon sichtbar bleiben kann, ist nicht sicher. Ein Teil des Marstall-Fundaments befindet sich dort, wo einst das Spielgerüst stand (und wo es wieder stehen soll). Der andere Teil des Fundaments könnte möglicherweise im Erdreich sichtbar bleiben - geschützt durch Panzerglas. Einen solchen Antrag hat Ratsmitglied Dr. Marko Seelig ("Zukunft Varel") gestellt. Unterdessen haben sich einige Bürger zusammengefunden, die sich für eine ansprechende Dokumentation Vareler Geschichte auf dem Schlossplatz engagieren, darunter Jan Janssen, Ralf Splettstößer, die Architekten Heino Predel und Johann Boner. Es gebe auch schon Spendenzusagen, so Janssen.
"Es muss auf jeden Fall verhindert werden, dass greifbare Relikte der Vareler Geschichte dem Abriss zum Opfer fallen. Hierzu gibt es auch in der Bevölkerung ein hohes Maß an Unverständnis", teilte Seelig mit. Viele Bürger wünschten sich eine Überbauung mit Glasplatten sowie eine Integration in die Gesamtgestaltung des Platzes, reagierte das Ratsmitglied auf Veröffentlichungen in der NWZ. Im Planungsausschuss, der am Dienstag tagte, rannte er damit offene Türen ein. "Vareler sind stolz auf ihr Schloss", sagte Bürgermeister Gerd-Christian Wagner. Drei Wochen, so Olaf Freitag, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Planung und Bau, könne man die freigelegten Mauerreste vor dem Baufortschritt retten, bis dahin müsse eine Lösung gefunden werden. Sicherlich könne man einen kleinen Teil der Fundamente mit Glasplatten abdecken und damit sichtbar machen.

Kurze Chronik
Der Schlossplatz wurde 1871 angelegt. Er entstand auf den Resten des Vareler Schlosses, das 1869/70 abgerissen wurde. Es hatte zuletzt leer gestanden.
Das Schloss war zunächst ein Steinhaus, das um 1350 entstanden war. Das Steinhaus wurde 1494 erweitert. Zeitweise war Varel Wohnsitz der Oldenburger Grafen. Nach 1526 war es Witwensitz. In Richtung Süden wurde dann ein Saalbau angefügt (in Richtung heutiger Schlossplatz; vor 1656). Daran schlossen sich weitere Erweiterungsbauten für Anton von Aldenburg an.
Von 1656 bis 1708 wurde die Schlossanlage ausgebaut. Es entstand auch eine größere Bibliothek, Stallanlagen und eine Reithalle. 1751 brannte das Schloss erstmals ab. Zerstört wurde dabei die Bibliothek, sie wurde durch einen kleinen Bau ergänzt. Schließlich entstand noch der Ostflügel ab 1756. Er beherbergte später das Obergericht. 1817 brannte das Schloss erneut.


Artikel vom  16.6.2014 - Lesen Sie den Originalartikel nach unter: NWZonline

Alter Mauerbogen muss vor Bagger weichen
Kritik an Tiefbauarbeiten – Reste von Fundament direkt unter dem Pflaster
von Hans Begerow

Varel - Weitere Reste des Schlosses sind bei den Arbeiten zur Sanierung des Schlossplatzes zu Tage getreten. Den Bereich um den ehemaligen Eingang zum Schloss kann man sogar mit bloßem Auge erkennen. Er befindet sich unweit des Trafo-Häuschens und ist zurzeit freigelegt.
Die Reste eines Mauerbogens, der im östlichen Teil des Platzes entdeckt wurde und zum Seitenflügel des Schlosses gehörte, ist mittlerweile verschwunden. Er war nach seiner Freilegung vermessen und dokumentiert wurden, ist jetzt aber planiert. Eine Sandsteinfreske, mit dem der wahrscheinliche Mauerdurchlass verziert war, ein sogenannter Neid- oder Schreckkopf, ist geborgen worden (die NWZ berichtete).
Mehrere Ehrenamtliche hatten sich spontan auf einen Aufruf in der NWZ gemeldet, die dem Archäologen Marvin Mädel zur Hand gingen. An dem Verschwinden des Mauerrestes ist unterdessen Kritik laut geworden. Jan Fokko Janssen will sich dafür einsetzen, dass zumindest die unter dem Pflaster zutage getretenen Reste des Eingangsbereichs sichtbar bleiben. Eine kleine überglaste Fläche könnte Varels Geschichte auf dem Schlossplatz verdeutlichen, schlägt er vor. Unverständlich sei, dass die Tiefbauarbeiten am östlichen Rand des Platzes sofort fortgesetzt worden seien.
Zutage getreten sind übrigens auch Reste des Marstalls, der auf Resten des abgebrannten Schlosses errichtet worden war. Man kann diese Reste in Höhe Schloss-Café beobachten.

Video bei NWZonline


Artikel vom  12.6.2014 - Lesen Sie den Originalartikel nach unter: NWZonline

Neidkopf zierte einst Durchlass
Weitere Funde auf dem Vareler Schlossplatz - Ehrenamtliche helfen
Seit Ende Mai wird der Schlossplatz saniert. Archäologe und Grabungshelfer fanden weitere Relikte des Schlosses.
von Hans Begerow

Varel - Der Schlossplatz entpuppt zurzeit viel von seiner Geschichte, vor allem von dem Gebäude, das ihm einst seinen Namen gab. Neben den Feldsteinen und einem Mauerrest (die NWZ berichtete) sind weitere Fundamente gefunden und freigelegt worden. Baggerfahrer Rudi Cordes hatte am Dienstag ein größeres Mauerstück gefunden, das ehrenamtliche Grabungshelfer und Archäologe Marvin Mädel freilegten. Geschmückt war das Mauerstück mit einer Sandstein-Freske, die geborgen und sichergestellt wurde. "Möglicherweise war es ein Durchlass, vielleicht ein Wasserlauf, auf jeden Fall war es sichtbar, sonst hätte man es nicht mit einem Schreck- oder Neidkopf geschmückt", ist sich Mädel sicher.

Zu den ehrenamtlichen Grabungshelfern gehörte auch Frederick Stoddon, der als Grabungstechniker gearbeitet hatte und sich nun freiwillig gemeldet hat. Er hatte von der Grabung und dem Bedarf an Helfern in der NWZ gelesen und war spontan gekommen. Schon seit einer Woche ist Heino Albers aus Schortens dabei, der ehrenamtliche Archäologiebeauftragte des Landkreises Friesland. Und ebenfalls dabei ist Reinhard Krumbolz für die Archäologie-Arbeitsgemeinschaft der Oldenburgischen Landschaft. Während das jetzt neu entdeckte Fundament sich in der Nähe der Bebauung an der östlichen Seite befindet, gibt es noch weiteren Funde, etwa in Höhe des ehemaligen Wasserspiels. Dort sind weitere Fundamente freigelegt worden. Möglicherweise gehörten sie zur früheren Besiedlung des Platzes.


Artikel vom  11.6.2014 - Lesen Sie den Originalartikel nach unter: NWZonline

Fundamente des Vareler Schlosses
von Hans Begerow

Varel- Bei Sanierungsarbeiten auf dem Vareler Schlossplatz sind Fundamente des Vareler Schlosses aufgetaucht, das 1870 abgerissen wurde. Im östlichen Teil des Platzes sind mehrere Mauerreste bei Baggerarbeiten freigelegt worden. Ehrenamtliche haben den Archäologen des Niedersächsischen Denkmalamtes bei der Dokumentation und Grabung unterstützt. Am Dienstag hatten sie eine Sandstein-Freske freigelegt, die über einem Mauerdurchlass angebracht war. Die Freske wurde sichergestellt. Die Sanierungsarbeiten auf dem Schlossplatz dauern noch bis Ende September.

Video 1 bei NWZonline
Video 2 bei NWZonline


zuletzt geändert am  19.6.14