Ausstellung zur Grabung auf dem Sommerbrink
im Zeughaus-Museum in Vechta


"Schauplatz Mittelalter" - unter diesem Titel kann man vom 17.6. bis 30.9.11 eine Ausstellung zur Ausgrabung der mittelalterlichen Siedlung in Visbek-Stüvenmühle besichtigen, die das Museum im Zeughaus in Vechta in Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, Stützpunkt Oldenburg, zusammengestellt hat. Die Grabungen des NLD hatten von 2005 bis 2010 auf dem sog. Sommerbrink stattgefunden, weil auf dem Erweiterungsgelände einer Sandgrube Siedlungsspuren entdeckt worden waren.
Im Laufe der Untersuchungen kamen 59 Gebäudegrundrisse zum Vorschein, wobei das größte der 8 Langhäuser 32 m lang war.
Besonders bemerkenswert war der Fund eines großen Felssteinkellers, der möglicherweise auf eine herausragende Stellung der Siedlung hinweist.
Keramik- und Metallfunde lassen sich in die Zeit vom 9. bis hinein ins 12. Jahrhundert datieren. Danach bricht die Geschichte dieser Siedlung ab, und sie wird auch in keiner historischen Quelle genannt.

Für die AG ist diese Ausstellung von besonderer Bedeutung, weil einige Mitglieder der AG bei der Grabung in 2010 mitgeholfen haben. --> Beitrag zur Grabung

Entwicklung der Hausformen vom 9. bis 11. Jahrhundert (links) und Modell eines Langhauses aus dem 9. Jahrhundert.



diverse Keramikscherben, die z.Z. zu Gefäßen zusammengesetzt werden konnten





Metallfunde: oben eine Schere, die in ihrer völlig korrodierten Fundform noch als Kneifzange gedeutet wurde, und unten zwei Messer.


Beim Ausgraben war noch nicht klar, was es war. Inzwischen wurde der Fund als Pflugschar identifiziert.

 

Text und Fotos: Dr. B. Rothmann


Bruchstück eines Mühlsteines aus Mayener Basaltlava, das die weiten Handelsverbindungen der damaligen Zeit verdeutlicht.


Copyright: B. Rothmann V1, zuletzt geändert am 3.7.11